Sichtschutz am Fenster:

Was Sie wirklich beachten sollten

Sichtschutz am Fenster: Was Sie wirklich beachten sollten

Sichtschutz am Fenster bedeutet heute längst mehr als nur: „Von draußen soll niemand hereinschauen können.“

Je nach Lösung kann ein Sonnenschutz gleichzeitig vor sommerlicher Hitze schützen, Blendung reduzieren, Tageslicht lenken, Räume abdunkeln und den Wohnkomfort deutlich erhöhen.

Gerade bei großen Fensterflächen, bodentiefen Fenstern oder modernen Schiebetüren wird deshalb schnell deutlich: Die Entscheidung für den richtigen Sicht- und Sonnenschutz sollte nicht erst getroffen werden, wenn das Fenster bereits eingebaut ist.

Denn ob Rollladen, Raffstore, Textilscreen, Plissee oder eine andere Lösung sinnvoll ist, hängt von vielen Faktoren ab.

Und genau diese Unterschiede erleben wir auch in unseren Projekten immer wieder.

Sichtschutz und Sonnenschutz – zwei verschiedene Aufgaben

Wenn Kunden zu uns kommen und sagen: „Wir brauchen einen Sichtschutz“, ist damit zunächst noch gar nicht klar, was die Lösung eigentlich leisten soll.

Manchmal geht es tatsächlich nur darum, die Privatsphäre zu schützen. Etwa bei einem Badezimmerfenster, einem Erdgeschossfenster zur Straße oder einem Schlafzimmer.

In anderen Fällen steckt hinter dem Wunsch nach Sichtschutz eigentlich ein ganz anderes Problem: Der Raum wird im Sommer zu warm.

Gerade bei großen Glasflächen spielt das eine wichtige Rolle. Die Verbraucherzentrale empfiehlt bei Fenstern mit hoher Sonneneinstrahlung insbesondere einen außenliegenden Sonnenschutz, weil die Sonnenstrahlung so bereits vor der Verglasung abgefangen wird. Auch das Umweltbundesamt bezeichnet außenliegenden Sonnenschutz als besonders wirksame Maßnahme gegen sommerliche Überhitzung.

Das bedeutet: Ein guter Sicht- und Sonnenschutz sollte nicht nur danach ausgewählt werden, wie er aussieht, sondern danach, was er im Alltag leisten soll.

Was wir bei einem Projekt zuerst anschauen

Bei einer Beratung betrachten wir deshalb nicht einfach nur das Fenster.

Wir schauen uns die Situation als Ganzes an:

Wo liegt das Fenster?

Wie groß ist die Glasfläche?

Welche Himmelsrichtung hat die Fassade?

Gibt es Nachbarhäuser oder eine Straße mit direktem Einblick?

Wie wichtig sind Tageslicht und Ausblick?

Und soll der Sonnenschutz später vielleicht automatisch gesteuert werden?

Gerade bei großen Fensterflächen macht es einen erheblichen Unterschied, ob ein Kunde einen Raum lediglich vor neugierigen Blicken schützen möchte oder ob gleichzeitig sommerlicher Hitzeschutz gefragt ist.

💡Unser Tipp:

Überlegen Sie vor der Auswahl nicht nur, was der Sichtschutz verhindern soll – sondern auch, was Sie weiterhin ermöglichen möchten.

Drei Situationen, drei unterschiedliche Lösungen

Stellen Sie sich ein Wohnzimmer mit einer großen Fensterfläche vor.

Die Familie möchte Privatsphäre, möchte aber tagsüber weiterhin Licht haben und in den Garten schauen können.

Hier kann ein vollständig geschlossener Rollladen zwar zuverlässig vor Blicken schützen, aber gleichzeitig wird der Raum stark abgedunkelt.

Ein Raffstore eröffnet eine andere Möglichkeit: Die Lamellen können so eingestellt werden, dass direkte Sonneneinstrahlung reduziert wird, während Tageslicht und – abhängig von Lamellenstellung und Geometrie – der Blick nach außen erhalten bleiben.

Ein Textilscreen wiederum kann bei entsprechender Gewebeauswahl Sonneneinstrahlung und Einblicke reduzieren und gleichzeitig eine gewisse Transparenz nach außen ermöglichen.

Genau deshalb gibt es nicht den einen besten Sichtschutz für jedes Fenster.

Die richtige Lösung hängt davon ab, welche Anforderungen im jeweiligen Raum tatsächlich bestehen.

1. Rollladen: Wenn Schutz und Verdunkelung gefragt sind

Der Rollladen ist der Klassiker unter den außenliegenden Sonnenschutzsystemen – und das aus gutem Grund.

Er kann einen Raum sehr stark abdunkeln, schützt vor Einblicken und reduziert die direkte Sonneneinstrahlung. Gerade im Schlafzimmer oder bei Fenstern im Erdgeschoss kann diese Kombination interessant sein.

Auch bei der Sanierung spielt der Rollladen eine wichtige Rolle. Das Umweltbundesamt empfiehlt bei einer Fenstersanierung ausdrücklich, einen Rollladen oder anderen wirksamen außenliegenden Sonnenschutz mitzudenken.

Seine Stärke ist dabei zugleich seine typische Einschränkung:

Wenn der Rollladen geschlossen ist, ist auch der Blick nach draußen weitgehend weg.

Das kann nachts genau das sein, was man möchte. Im hellen Wohnzimmer an einem Sommertag möglicherweise weniger.

2. Raffstore: Licht gezielt steuern

Raffstores funktionieren nach einem anderen Prinzip.

Die beweglichen Lamellen lassen sich in ihrer Stellung verändern. Dadurch kann nicht nur die Sonneneinstrahlung reduziert, sondern auch der Lichteinfall beeinflusst werden.

BauNetz Wissen beschreibt gerade diese Möglichkeit der Lamellensteuerung als einen wesentlichen Vorteil von Raffstoren: Licht, Sonne und Sichtbeziehungen können gezielt beeinflusst werden.

Das ist besonders interessant für Wohn- und Arbeitsräume, in denen man nicht einfach alles schließen möchte.

Man kann den Sonnenschutz beispielsweise so einstellen, dass direkte Sonne abgehalten wird, der Raum aber weiterhin hell bleibt.

Ein Detail, das bei Raffstores wichtig ist

Raffstore ist nicht gleich Raffstore. 💡

Lamellenform, Lamellenbreite und Führung beeinflussen die Eigenschaften des Systems. Gerade bei größeren Elementen und stärkerer Windbelastung spielt die Konstruktion eine wichtige Rolle. Schienengeführte Systeme können dabei eine höhere Stabilität bieten als filigranere Führungen.

Das ist einer der Gründe, warum wir bei größeren Fensterflächen nicht einfach nur nach Farbe und Optik entscheiden würden.

3. Textilscreen: Sonnenschutz mit Blick nach draußen

Eine Lösung, die viele Kunden erst kennenlernen, wenn sie sich intensiver mit dem Thema beschäftigen, sind Textilscreens.

Hier wird ein spezielles Gewebe außen vor dem Fenster geführt. Je nach Gewebe lässt sich damit der Sonneneintrag reduzieren und gleichzeitig eine gewisse Durchsicht nach außen erhalten.

Das kann besonders spannend sein, wenn große Fensterflächen vorhanden sind und der Ausblick Teil der Architektur ist.

Denn gerade bei einem großen Panoramafenster möchte man häufig nicht zwischen zwei Extremen wählen müssen:

entweder freie Sicht oder kompletter Sichtschutz.

Ein geeigneter Screen kann hier einen Mittelweg ermöglichen.

Was ist bei großen Fensterflächen anders?

Bei einem normalen Fenster ist die Entscheidung für den Sichtschutz vergleichsweise überschaubar.

Bei einer mehrere Meter breiten Schiebetür oder einer großen Glas-Faltwand wird die Sache interessanter.

Dann kommen zusätzliche Fragen hinzu:

Wie wird das Element geführt?

Wie verhält sich der Sonnenschutz bei Wind?

Wie lässt er sich bedienen?

Passt die Lösung zur Öffnungsart?

Wie wird der Sonnenschutz in die Fassade integriert?

Solche Fragen sollte man möglichst vor der Montage klären.

Gerade bei Neubauten oder einem Fenstertausch kann der Sonnenschutz von Anfang an mitgeplant werden. Bei Aufsatz-Raffstores beispielsweise wird das System gemeinsam mit dem Fenster in den Sturz integriert; solche Lösungen sind insbesondere bei Neubauten oder umfassenden Modernisierungen interessant.

Ein Thema, das viele erst später entdecken: Wind

„Wie viel Wind hält ein Raffstore eigentlich aus?“

Diese Frage hören wir bei der Beratung immer wieder.

Die einfache Antwort wäre eine Zahl in km/h. Die fachlich richtige Antwort ist allerdings etwas komplizierter.

Denn die zulässige Windbelastung hängt unter anderem von Elementgröße, Führung, Konstruktion, Gebäudehöhe und konkreter Einbausituation ab. Für außenliegende Abschlüsse gelten entsprechende Anforderungen nach DIN EN 13659; bei Raffstoren spielen außerdem die Prüfungen und Einsatzempfehlungen zur Windlast eine Rolle.

Auch ROMA weist ausdrücklich darauf hin, dass bei Raffstoren die jeweilige Windlastgrenze berücksichtigt werden muss.

Altendorfer-Tipp

Bei großen Fensterflächen sollte Wind nicht erst dann zum Thema werden, wenn die Anlage bereits montiert ist.

Wenn ein Gebäude besonders exponiert steht oder große Sonnenschutzflächen geplant sind, sollte die konkrete Situation bereits bei der Planung berücksichtigt werden.

Das ist ein kleines Detail, das später einen großen Unterschied machen kann.

Was passiert bei Sturm, Starkregen oder Hagel?

Außenliegender Sonnenschutz ist naturgemäß dem Wetter ausgesetzt.

Das bedeutet aber nicht, dass jedes System bei jedem Wetter einfach draußen bleiben sollte.

Moderne Anlagen können deshalb mit Sensoren ausgestattet werden, die beispielsweise auf starke Sonneneinstrahlung oder Sturm reagieren.

Bei Hagel oder außergewöhnlichen Wetterereignissen kommt es wiederum auf das jeweilige System, die Ausführung und die konkrete Situation an.

Deshalb wäre eine pauschale Aussage wie „dieser Sonnenschutz hält jeden Sturm aus“ unseriös.

Entscheidend ist immer das konkrete Produkt in der konkreten Einbausituation.

Sichtschutz funktioniert tagsüber anders als nachts

Das ist einer der Punkte, die wir bei der Beratung besonders wichtig finden.

Tagsüber ist es draußen hell und im Raum vergleichsweise dunkel. Ein geeignetes Screen-Gewebe oder ein entsprechend eingestellter Raffstore kann dann einen guten Sichtschutz bieten und gleichzeitig den Blick nach draußen ermöglichen.

Abends verändert sich die Situation.

Wenn im Raum das Licht eingeschaltet wird und es draußen dunkel ist, kann der Blickschutz in die andere Richtung deutlich schwieriger werden.

Das bedeutet:

Ein Sonnenschutz, der tagsüber hervorragend funktioniert, muss nachts nicht automatisch blickdicht sein.

Wer im Erdgeschoss wohnt oder große Fenster zur Straße hat, sollte diesen Unterschied bei der Auswahl unbedingt berücksichtigen.

Innen oder außen – wo liegt der Unterschied?

Plissees, Rollos oder Vorhänge sind weiterhin sinnvolle Lösungen, wenn es hauptsächlich um Sichtschutz und Raumgestaltung geht.

Beim sommerlichen Hitzeschutz liegt der entscheidende Unterschied jedoch darin, wo die Sonnenenergie abgefangen wird.

Ein innenliegender Sonnenschutz lässt die Sonnenstrahlung zunächst durch das Glas gelangen.

Ein außenliegender Sonnenschutz hält sie bereits vor der Verglasung ab.

Wir empfehlen bei entsprechend belasteten Fensterflächen grundsätzlich, außenliegenden Sonnenschutz zu bevorzugen.

Das bedeutet nicht, dass ein Plissee oder Rollo „schlecht“ ist.

Es erfüllt nur eine andere Aufgabe.

Und wenn der Sonnenschutz erst später kommt?

Auch eine Nachrüstung ist grundsätzlich möglich.

Wir erleben allerdings häufig, dass die Möglichkeiten bei einer späteren Lösung stärker von den vorhandenen Gegebenheiten abhängen.

Wie viel Platz steht zur Verfügung?

Wie sieht der vorhandene Sturz aus?

Wie ist die Fassade aufgebaut?

Wo kann ein Kasten untergebracht werden?

Wie wird die Führung befestigt?

Wie soll der Sonnenschutz später bedient werden?

Bei einem ohnehin geplanten Fenstertausch können diese Fragen von Anfang an berücksichtigt werden.

Das ist einer der Gründe, warum wir Kunden empfehlen, Fenster und Sonnenschutz gemeinsam zu betrachten, auch wenn der Sonnenschutz vielleicht erst später tatsächlich eingebaut werden soll.

Häufige Fragen unserer Kunden

„Kann ich trotz Sonnenschutz noch nach draußen schauen?“

Ja, das ist bei bestimmten Lösungen möglich. Besonders Raffstores und geeignete Textilscreens können so eingesetzt werden, dass Tageslicht und Ausblick erhalten bleiben. Entscheidend sind die Lamellenstellung beziehungsweise die Transparenz des Gewebes.

„Ist ein Rollladen besser als ein Raffstore?“

Das lässt sich nicht pauschal beantworten.

Ein Rollladen ist besonders interessant, wenn starke Abdunkelung, Privatsphäre und Schutz im Vordergrund stehen. Ein Raffstore bietet dagegen mehr Möglichkeiten, Licht und Sicht gezielt zu steuern.

Die Frage ist deshalb weniger „Was ist besser?“, sondern: Was soll der Sonnenschutz in diesem Raum leisten?

„Kann ich mit Sonnenschutz trotzdem lüften?“

Grundsätzlich ja. Die konkrete Kombination aus Fenster, Sonnenschutz und gegebenenfalls Insektenschutz sollte allerdings bereits bei der Planung berücksichtigt werden. Besonders bei großen Schiebeelementen lohnt sich eine genaue Abstimmung.

„Brauche ich bei neuen Fenstern überhaupt Sonnenschutz?“

Bei stark sonnenexponierten Fenstern kann Sonnenschutz trotz moderner Verglasung sehr sinnvoll sein. Gerade große Fensterflächen können im Sommer einen erheblichen solaren Wärmeeintrag verursachen. Ein außenliegender Sonnenschutz kann hier ansetzen.

„Kann Sonnenschutz automatisch gesteuert werden?“

Ja. Motorisierte Systeme lassen sich beispielsweise zeitabhängig oder über Sensoren steuern. So kann der Sonnenschutz reagieren, wenn starke Sonneneinstrahlung oder ungünstige Wetterbedingungen auftreten.

„Was ist für große Schiebetüren geeignet?“

Hier kommt es besonders auf die Größe, Öffnungsart, Fassadensituation und gewünschte Funktion an. Bei großen Glasflächen können beispielsweise Raffstores oder Textilscreens interessante Möglichkeiten bieten. Entscheidend ist die individuelle Planung.

Was wir bei der Altendorfer besonders wichtig finden

Wir finden, dass guter Sonnenschutz nicht einfach ein Zubehörteil zum Fenster sein sollte.

Er sollte zum Gebäude, zum Raum und zum Leben darin passen.

Ein Schlafzimmer braucht andere Eigenschaften als ein Wohnzimmer.

Ein Badezimmerfenster braucht andere Privatsphäre als eine große Glasfront zum Garten.

Und eine drei Meter breite Schiebetür stellt andere technische Anforderungen als ein kleines Standardfenster.

Deshalb beginnen wir bei einem Projekt nicht mit der Frage:

„Welchen Sonnenschutz möchten Sie?“

Sondern eher mit:

„Was soll Ihr Sonnenschutz für Sie können?“

Erst daraus ergibt sich, welche Lösung sinnvoll ist.

Altendorfer-Tipp: Sonnenschutz möglichst früh mitplanen

Wenn ohnehin neue Fenster oder Türen geplant sind, lohnt es sich, den Sonnenschutz nicht erst ganz am Ende zu betrachten.

Denn dann können Fenster, Sonnenschutz, Insektenschutz, Motorisierung und gegebenenfalls Smart-Home-Steuerung aufeinander abgestimmt werden.

Das ist gerade bei großen Glasflächen wichtig.

Je früher die verschiedenen Komponenten zusammengedacht werden, desto leichter lässt sich eine technisch saubere und optisch stimmige Lösung umsetzen.

Welcher Sichtschutz passt zu Ihnen?

Am Ende ist die Entscheidung eigentlich eine sehr persönliche.

Wenn Sie vor allem Privatsphäre und Verdunkelung wünschen, kann ein Rollladen interessant sein.

Wenn Sie Licht und Sicht gezielt steuern möchten, bietet ein Raffstore viele Möglichkeiten.

Wenn Sie bei großen Glasflächen Sonne und Einblicke reduzieren, den Ausblick aber möglichst erhalten möchten, kann ein Textilscreen eine interessante Lösung sein.

Und wenn es hauptsächlich um flexiblen Sichtschutz und Gestaltung im Innenraum geht, können Plissees oder Rollos die richtige Wahl sein.

Es gibt also nicht die eine Lösung für jedes Fenster.

Fazit

Guter Sichtschutz beginnt mit den richtigen Fragen

Sichtschutz soll Privatsphäre schaffen. Moderner Sonnenschutz kann aber weit mehr: Er kann sommerliche Hitze reduzieren, Blendung begrenzen, Tageslicht steuern und den Wohnkomfort verbessern.

Gerade bei großen Fensterflächen lohnt es sich deshalb, nicht nur über den Sichtschutz selbst nachzudenken. Himmelsrichtung, Fenstergrösse, Ausblick, gewünschte Verdunkelung, Windbelastung und die spätere Nutzung des Raumes spielen eine wichtige Rolle.

Und manchmal stellt sich bei einer Beratung heraus, dass der Kunde eigentlich gar keinen klassischen Sichtschutz sucht – sondern eine Möglichkeit, im Sommer nicht ständig die Vorhänge zuziehen zu müssen.

Genau deshalb betrachten wir bei Altendorfer Fenster, Türen und Sonnenschutz möglichst als Gesamtsystem.

Sie planen neue Fenster, eine große Schiebetür oder möchten bestehenden Sicht- und Sonnenschutz nachrüsten? Sprechen Sie uns an. Gemeinsam schauen wir, welche Lösung zu Ihrem Gebäude und zu Ihren Ansprüchen passt.